Du mußt gar nichts! Wie Du Deinen inneren Antreiber zähmst

In der heutigen Episode geht’s um ein Thema, das ich in meinen Coachings immer wieder als eine der zentralen Ursachen für innere Dysbalance und daraus resultierend auch für Erkrankungen identifiziere. Die Rede ist von dem inneren Antreiber, also der Stimme, die Dir nicht nur jedenTag sagt, WAS Du angeblich tun mußt, sondern vor allem auch, DASS und WIE Du es tun muß.

Kennst DU ja vielleicht, oder? Du wachst morgens auf und schon Deine ersten Gedanken sind: Ich muss noch die Brote für die Kinder schmieren, dann muss ich noch Wäsche machen, und die Präsentation für den Chef muß ich auch noch fertigmachen …ich muß, ich muß, ich muß. Und das geht den lieben langen Tag so, bis Du abends endlich ins Bett fällst. Heute gehe ich darauf ein, warum wir den inneren Antreiber brauchen, wann er zur Last wird und wie Du wirksam und auch ganz unangestrengt gegensteuern kannst.

Der innere Antreiber – wer oder was ist das?

Tja, der innere Antreiber. Jeder kennt ihn und niemand kommt ganz ohne ihn aus. Bei einigen Menschen geht das schon morgens nach dem Aufwachen los, dass in ihrem Kopf die Müssen-Maschinerie losrattert und in Gedanken all die Dinge erscheinen, die anstehen und erledigt werden wollen. Gehörst Du auch zu diesen Menschen? Und passiert es Dir dann, dass Du dann schon morgens keine Lust mehr auf den Tag hast? Falls ja, wäre das absolut nachvollziehbar und: Du bist da keine Ausnahme, denn es geht tatsächlich vielen Menschen so.

Ist ja auch eigentlich kein Wunder. Schließlich raubt uns dieses „Müssen“ viel Energie. Um eins vorweg zu sagen: Ich rede hier nicht über die natürlichen Bedürfnisse wie Essen oder den Toilettengang oder sowas. Ich rede hier von den Tätigkeiten, die nicht zu unseren direkten körperlichen Bedürfnissen gehören. Also was täglich zuhause, auf der Arbeit, aber auch im sozialen Bereich anfällt, z.B. die Wohnung aufzuräumen, was auch immer.

Echo unserer Kindheit

Aber warum ist das so? Der innere Antreiber ist, wenn man so will, ein Echo unserer Kindheit. Es ist die Stimme unserer ersten Bezugspersonen, also meist unserer Eltern oder Großeltern, die uns jeden Tag gesagt haben, was wir so als Kinder tun sollten.

Also, räum Dein Zimmer auf, mach den Fernseher aus, hör auf zu zocken, putz Dir die Zähne. Das hat uns oft nicht gefallen. Aber egal wie wir als Kinder diesen Aufforderungen auch begegnet sein mögen: Irgendwann wurden sie zu einem festen Bestandteil von uns.

Und das hatte ja auch durchaus sein Gutes. Von allein wären wir sicher nicht auf die Idee gekommen, uns die Zähne zu putzen oder unsere Hausaufgaben zu machen. Insofern haben diese inneren Antreiber absolut ihren Sinn. Denn sie helfen uns dabei, in die Gesellschaft hineinzuwachsen, sinnvolle Routinen zu entwickeln und uns im Leben zurechtzufinden.

Soweit – so gut. Stellt sich jetzt aber die Frage, ab wann wird es denn ungesund? Denn es ist unübersehbar, dass viele von uns unter dem täglichen Druck leiden, ob in Schule, Ausbildung oder dem Job. Und da ist es dann tatsächlich irgendwann nicht mehr gesund, wir kommen nicht mehr klar und werden krank. Was aber vielen nicht klar ist, dass wir es selbst in der Hand haben und… wenn wir wissen, wie, wir uns davon auch wieder befreien und uns heilen können. Dazu gleich mehr.

Wie entsteht der innere Antreiber?

Wie entsteht der innere Antreiber entsteht und warum er überhaupt zu dem wird, was er ist? Um das zu verstehen, schauen wir uns an, was in der Kindheit mit der Erfüllung der auferlegten Aufgaben verbunden war. Also, was war die Belohnung? Oft ja sowas wie Liebe, Aufmerksamkeit und Zuwendung. Aber vielleicht war es auch, dass Du in Ruhe gelassen wurdest. Dass Dich niemand mehr angeschrien hat und Du nur dann, wenn Du funktioniert und Leistung erbracht hast, gewertschätzt wurdest. Und dabei war es nicht nur wichtig, dass DU die Aufgaben erledigt hast, sondern auch, WIE Du sie erledigt hast. Weil:

Zimmer aufräumen ist nicht gleich Zimmer aufräumen! Das ist etwas, das ich jetzt, wo ich selber Mutter bin, auch lernen darf. Denn mein Anspruch ist ein etwas anderer als der meiner Kinder – klar! Unseren Maßstab oder Anspruch – geben wir natürlich an unsere Kinder weiter – bewußt oder unbewußt. Und das ist dann letztlich auch die Meßlatte, die die Kinder später als Erwachsene dann ebenfalls wieder anlegen.

Ganz kleine Kinder haben diesen inneren Antreiber noch nicht

So ganz kleine Kinder haben diesen inneren Antreiber übrigens noch gar nicht. Das ist ganz faszinierend. Bei ganz kleinen Kindern hörst Du nie: Ich muß noch meinen Teller aufessen, bevor ich rausgehen kann zum Spielen. Oder ich muß noch xy erledigen, damit ich z machen kann. Kinder sagen eher Sachen wie „Ich geh jetzt spielen und brauche noch meine Mütze! Sie sagen nicht: ich muß noch meine Mütze aufziehen“. Oder sie kommentieren lediglich, was sie sowieso tun.

Das Wort Müssen benutzen sie eigentlich nur, wenn sich der Verdauungsapparat meldet und sie aufs Klo „Müssen“ oder sich andere natürliche Bedürfnisse melden. Den Gebrauch des Wortes „Müssen“ für Dinge des Alltags, die noch zu erledigen sind, erlernen sie erst von uns, den Erwachsenen. Denn Kinder sind bis zu einem gewissen Alter in erster Linie bedürfnisgesteuert. Das heißt, sie machen nur das, was sie brauchen bzw. wozu sie Lust haben. Wenn Du dann als Erwachsener daherkommst und ihnen sagst, dass sie noch etwas tun müssen, was sie nicht tun wollen oder Du verbietest ihnen etwas – das wäre dann das Gegenteil von müssen (siehe Englisch: Must not= Du darfst nicht), dann endet das nicht selten mit einer Trotzattacke an der Supermarktkasse.

Der schreiende Erwachsene an der Supermarktkasse?

Bei uns Erwachsenen passiert im Übrigen das Gleiche, nur dass wir uns in der Regel nicht mehr auf den Boden schmeißen und schreiend und tretend unser Recht einfordern. Aber auch wir geraten in eine Trotzreaktion, in der wir entweder aggressiv und wütend werden, oder z.B auch apathisch. Das heißt, diese innere Trotzhaltung führt entweder zu einer nach außen gerichteten Energieentladung oder zu einer nach innen gerichteten, was sich dann z.B. in einer Lähmung äußert. Wir werden handlungsunfähig und machen dann gar nichts mehr. Kennst Du vielleicht auch: Bestes Beispiel: Die allseits geliebte Steuererklärung. Allein der Gedanke daran verursacht bei vielen Menschen Bauchschmerzen. Ergo gehen sie ihr lieber aus dem Weg. Sie wird weggeschoben, verdrängt, bis es irgendwann gar nicht mehr geht.

Und das machen wir nicht nur damit so, sondern auch mit anderen Dingen, so dass sich mit der Zeit ein immer größerer Berg an ungeliebten, unerledigten Aufgaben auftürmt. Das Blöde ist nur, je länger wir aus Trotz heraus nichts machen, umso größer wird der Berg, der nunmal irgendwie zu erledigen ist, weil es leider kein anderer für uns tut. Für manche wird der Druck und der Frust so groß, dass es schließlich zu einer erheblichen Streßreaktion kommt. Und diese Streßreaktion wiederum führt zu Krankheiten. Wir bekommen Hautausschläge, Magen-Darmbeschwerden, Schlafstörungen und Kopfschmerzen oder andres. Hilfreich ist das natürlich nicht, denn jetzt werden wir neben dem ganzen Druck auch noch krank – das bedeutet noch mehr Druck.

Müssen bedeutet Fremdbestimmung

Dieser Druck und Streß entsteht letztlich daraus, dass dieses „Müssen“ exemplarisch für Fremdbestimmung steht. Und das wiederum bedeutet, Du bist nicht frei in Deinen Entscheidungen. Nicht frei zu sein setzt uns vermehrtem Streß aus – ähnlich einem wilden Tier, das Du in einen engen Käfig sperrst. Das wilde Tier in diesem Beispiel bist Du bzw. sind Deine Gedanken. Der Käfig ist die Fremdsteuerung, die Dich in eine bestimmte Richtung lenken will, in die Du aber eigentlich nicht gehen willst. Und wenn DU etwas nicht willst, dann ist die natürliche Reaktion, dass Du Dich dagegen wehrst. Und das ist im mildesten Fall die besagte Trotzreaktion oder im schlimmsten Falle eben die körperliche Abwehr, die in Erkrankungen münden kann.

Das klingt jetzt vielleicht etwas sehr negativ. So ist es aber gar nicht gemeint, denn auch wenn der innere Antreiber, derjenige, der Dir sagt, was Du alles tun mußt – häufig in keinem so guten Licht erscheint, ist er dennoch nötig, weil wir uns sonst ja zu gar nichts aufraffen würden. Und auch die Art, WIE wir uns antreiben oder mit welcher Intention wir unsere Aufgaben erledigen, hat ebenfalls seine Vor- und Nachteile. Nehmen wir z.B. an, Deine Eltern waren sehr ordnungsliebend, akribisch und haben Dir ihre Vorstellung von Perfektionismus vorgelebt. Dann ist es durchaus möglich, dass Du das für Dich so übernommen hast und später selbst auch den Anspruch hast, alles möglichst genau und sorgfältig zu tun.

Das kann von Vorteil sein, weil jemand mit diesem Anspruch häufig eine qualitativ sehr hochwertige Arbeit liefert, viel Geduld aufbringen kann, seine Aufgaben gut plant, auch die Details berücksichtigt und sich das Ganze auch gern aus verschiedenen Perspektiven anschaut. Schwierig kann es aber werden – und das ist jetzt eben die Kehrseite – wenn dieser Mensch IMMER und ALLES zu 100% erledigen muß, er keine Fehler zulassen kann, seine Aufgaben ungern abgibt, weil er denkt, alle anderen können es eben nicht so gut wie er selbst und er mit seiner Arbeit auch nie zufrieden ist, weil er ständig irgendein Haar in der Suppe findet.

Das führt über kurz oder lang zu Frustration, Streß, Krankheit und kann natürlich auch Beziehungen belasten – ob jetzt zuhause oder auf der Arbeit. Ich hab dieses Verhaltensmuster schon bei vielen Klienten erlebt, und ich persönlich nehme mich da auch nicht aus. Ich habe nämlich mitunter auch perfektionistische Züge und hatte tatsächlich lange ein Problem damit, bestimmte Haushaltsaufgaben meinem Mann zu überlassen, weil ich es ja sowieso viel besser kann und wenn ers macht, dann gibt es eh nur Murks…ja, all so Sachen, die ich mir lange und sehr ausgiebig eingeredet hab.

Niemand ist frei davon

Also bei mir war Wäschewaschen lange Thema, wobei das jetzt ja eigentlich wirklich nichts ist, wo es so viele individuelle Unterschiede gibt. Ich mein, Du nimmst die Schmutzwäsche, schmeißt sie in die Trommel, tust Waschmittel rein und fertig. Eigentlich, aber gut, ich hatte eben für jede Wäsche ein eigenes Waschmittel, also weiß, bunt, dunkel, Feinwäsche tralala, und dann gabs für manches noch ne Vorwäsche, Entkalker, Waschzusätze, Vorbehandlung … was man so macht…Klar, dass ich dann immer was hatte, um meinen Mann zu maßregeln, wenn er irgendwas von diesen besonderen Kleinigkeiten vergessen hatte – was ja bei der Fülle der Besonderheiten nicht schwer ist. Er konnte also nur versagen – und hat damit natürlich meine vorher aufgestellte Theorie, dass nur ich es alleine richtig machen kann, bestätigt. Und zack – bist Du in dieser selbstgebauten Perfektionistenhölle.

Und da kommst Du auch so schnell nicht raus, denn dieses Verhaltensmuster hat sich ja nicht nur früh verankert und sich über Jahre gehalten, sondern – und das ist das Tückische – es gibt Dir Sicherheit und tatsächlich auch eine Daseinsberechtigung – so verrückt das jetzt klingen mag. Wenn es eine Sache gibt, die nur DU erledigen kannst, die außer Dir niemand sonst beherrscht, dann hast Du ja einen ganz anderen Stellenwert, eine ganz andere Bedeutung. Das heißt, Du fühlst Dich unersetzbar. Und das ist natürlich ein schönes Gefühl, weil es Dir das Gefühl gibt, wichtig zu sein, gebraucht zu werden. Und mal ehrlich, wer möchte das nicht? Das Gefühl, das man gebraucht wird? Das ist ja auch völlig in Ordnung.

Schwierig wird es nur dann, wenn Du keine Aufgaben mehr abgeben kannst, wenn Deine Ansprüche so hoch sind, dass niemand außer Dir sie noch erfüllen kann. Dann wirst Du anstrengend, ob als Boss, Kollege oder in der Familie. Und nicht nur anstrengend für andere, sondern auch für Dich selbst. Denn wann bist Du denn wirklich mal zufrieden mit Deiner Leistung oder der Leistung anderer? Wenn nur Du bestimmte Dinge so perfekt erledigen kannst, wie sieht es dann mit Deiner Wertschätzung anderen Menschen gegenüber aus, die einen anderen Anspruch haben? Verachtest Du sie dann dafür? Riskierst Du dafür Streit mit Deinem Partner? Und kannst Du dann überhaupt noch gelassen sein? Mal die Dinge einfach laufen lassen? Deinen Mitarbeitern, Kollegen, Kindern, Freunden wirklich VERTRAUEN?

Dieser Perfektionismus führt in Deinem Körper zu einer Daueranspannung – einerseits der Druck, perfekte Arbeit abliefern zu müssen, andererseits die Angst, mal nicht perfekt zu funktionieren. Solche Menschen entwickeln meiner Erfahrung nach – ohne das jetzt mit statistischen Zahlen untermauern zu können – ich kann nur davon sprechen, was mir aufgefallen ist – entwickeln häufig ganz bestimmte Beschwerden, nämlich z.B. Bandscheibenvorfälle, sie leiden unter Nackenschmerzen, oft auch Migräne und Ohrgeräuschen. Das muß jetzt nicht alles immer gleichzeitig und zusammen auftreten, aber diese Symptome sind es tatsächlich, die ich bei perfektionistisch ausgerichteten Menschen sehr häufig beobachtet habe.

Spannenderweise lösen sich die Symptome in Luft auf, wenn diese Menschen lernen loszulassen. Dazu entscheiden sie sich meist nicht von sich aus, sondern oft erst dann, wenn es nicht mehr anders geht, weil es ihnen vehement von ihrer Umgebung gespiegelt wird oder sie vielleicht auch krank werden und dann einfach nicht mehr so können wie bisher. Dieser Prozeß des Loslassens ist natürlich nicht leicht und oft auch sehr schmerzhaft, weil ja zum Teil sehr fest verankerte Glaubenssätze abgelegt werden. Aber er ist sehr, sehr heilsam. Vor allem dann, wenn wir begreifen, dass Perfektionismus nicht die Voraussetzung dafür ist, dass wir von anderen geliebt und akzeptiert werden. Denn tatsächlich ist es dieser Gedanke, der es uns so schwer macht, uns von diesem inneren Antreiber zu lösen.

Es gibt jedoch sehr gute Möglichkeiten, diesen Loslöseprozeß zu unterstützen. Dazu gleich mehr. Ich möchte vorher noch kurz auf einen anderen Antreiber zu sprechen kommen, der mir ebenfalls sehr häufig in meinen Coachings begegnet und der genau wie der Perfektionimusantreiber eine sehr große Herausforderung darstellt. Und zwar der Antreiber: mit dem Namen: „Mach es allen recht“. Menschen mit dieser Motivation haben meist eine hohe soziale Kompetenz, sind diejenigen, die das Team zusammenhalten, ob jetzt auf der Arbeit oder zuhause (Team wäre in diesem Falle die Familie). Es sind Menschen, die sehr hilfsbereit und integrierend sind, die über eine hohe Empathie verfügen und sehr auf die emotionalen Belange der anderen eingehen können. Das sind alles wunderbare Eigenschaften.

Aber auch hier gibt es natürlich wieder eine Kehrseite, die für manche Menschen dann tatsächlich zu einer erheblichen Herausforderung werden kann. Denn mit dem inneren Antreiber, es allen recht machen zu wollen, spürst Du natürlich oft auch einen inneren Widerstand, wenn es darum geht, Dich abzugrenzen, Nein zu sagen, anderen vielleicht auch mal ein negatives Feedback zu geben oder überhaupt Entscheidungen zu treffen, Dich also festzulegen. Menschen mit dem „ich muss es allen recht machen Antreiber“ laufen auch oft Gefahr, für die anderen die Drecksarbeit zu machen und ständig die eigenen Bedürfnisse zurückzustellen.

Frei nach dem Motto: Everybody´s Darling is everybody´s Depp. Und das mündet dann schnell in einem Teufeslkreis, aus dem es kein Entrinnen gibt. Denn klar: So eine Gutmütigkeit wird natürlich gerne von der Umgebung ausgenutzt. Und ist von den Mitmenschen ja auch meist gar nicht böse gemeint. Sondern ein ganz natürlicher Prozeß, der sich völlig automatisch ergibt. Problem ist nur, dass Du, wenn Du eben Everybody´s Darling bist, dann eben auch irgendwann Deinen Ruf weghast. Sprich: Es erwarten schließlich auch alle von Dir, dass Du Deine Rolle des Darlings erfüllst. Und so wird es dann auch immer schwerer, sich abzugrenzen, NEIN zu sagen und tatsächlich auch einmal die eigenen Bedürfnisse zum Ausdruck zu bringen.

Und je länger das so geht, umso mehr wird es in Dir arbeiten. Die körperlichen Symptome, die ich bei diesen Menschen sehr häufig beobachtet habe, sind andere als beim Perfektionismus. Und das sind auch wiederkehrende Beschwerdemuster bei diesen Klienten. Häufig leiden diese Menschen, wenn es Frauen sind, unter einer sogenannten Hypermenorrhoe, also einer verstärkten bzw. verlängerten Periodenblutung. Manche Frauen beschreiben das als „Sturzbachartig“, „völliges Ausbluten“. Und in der Tat ist das persönliche Verausgaben für andere ein Verlust der eigenen Energie.

Andere gesundheitliche Probleme können neben dem Ausbluten auch das Ausbrennen, also der Burn-Out sein. Aber auch das Entwickeln von Ängsten, Depressionen und Schlafstörungen sowie körperlichen Schmerzen – wie bei der Fibromyalgie, kann die Folge sein. Und: letztlich auch das Ausbilden von Schilddrüsenerkrankungen wie dem Hashimoto. Bei dieser Art der Schilddrüsenerkrankung entzündet sich das Gewebe und stirbt über kurz oder lang ab. In Deutschland gibt es mindestens 8 Millionen Betroffene, meist Frauen, die darunter leiden. Und viele davon habe ich in meinen Coachings bereits erfolgreich betreut. Und tatsächlich bin ich dabei sehr häufig Menschen begegnet, die ihre Bedürfnisse nicht richtig zum Ausdruck bringen konnten. Sie sagten nicht, was sie wollten, was sie brauchten, was ihnen gutgetan hätte. Aber andererseits haben sie sich ständig für andere verausgabt. Und das hat sie irgendwann krank gemacht.

Diese fürsorgliche und helfende Haltung ist etwas, was grundsätzlich wunderschön ist. Aber wie immer im Leben kommt es auf die richtige Balance an.

Nur: Wie kannst Du diese Balance wiederherstellen? Wie kannst Du den inneren Antreiber in seine Schranken weisen? Und das gilt selbstverständlich nicht nur für denjenigen, der es allen recht machen möchte, sondern auch für den Perfektionisten. Daneben gibt noch einige Antreiber mehr. Aber das würde jetzt hier ein bißchen den Rahmen sprengen, wenn wir über alle sprechen würden, die es so gibt.

Also: Was kannst Du machen, wenn der innere Antreiber Dir mal wieder ins Ohr flüstert, was „Ich muss es noch besser machen, es ist noch nicht gut genug. Da geht noch was, es ist noch nicht perfekt! Dann ist der erste Schritt, diesen Gedanken aufmerksam zu betrachten. Ich meine damit jetzt nicht, dass Du darüber stundenlang meditieren sollst, sondern einfach ein bißchen sensibel werden für das Wörtchen MUSS! Denn, ganz ehrlich: Einen Scheiß musst Du! Wer sagt denn, dass Du irgendetwas mußt? Deine Mutter? Dein Vater? Nein, die sind beide nicht da.

Es sind maximal ihre Stimmen von ihnen, die Du meinst, da noch zu hören. Aber das bist in Wahrheit Du selbst. Und Du selbst hast es in der Hand. Hörst Du der Stimme zu und unterwirfst Dich? Oder nimmst Du das Ruder in Deine eigene Hand und bestimmst selber, wo es langgeht. Deswegen Schritt Nr. 1: Achte auf Deine Gedanken. Taucht das Wort Müssen auf: Hinschauen! Ist es der innere Antreiber? Oder ein forsch fomulierter Wunsch? Wenn es der innere Antreiber ist und Du Dich von ihm lösen möchtest, dann kannst Du auf zwei Arten tun:

Wie zähmst Du den inneren Antreiber?

Eine sehr kraftvolle Methode ist es, statt „Ich muß“…“Ich möchte“ oder „Ich entscheide mich bewußt dazu, dass“ zu sagen.

Kleines Experiment an dieser Stelle:

Denk an etwas, was Du noch zu erledigen hast, und was Dir so richtig auf den Zeiger geht. Z.B. Steuererklärung. Oder Küche aufräumen. Und sag Dir dann: Ich muß heute noch … genau diese Tätigkeit machen. Geh rein in das Gefühl. Stell es Dir und beobachte, was das mit Deinem Körper macht. Wie fühlt es sich jetzt an? Und wo fühlst Du es? Ist es vielleicht im Bereich des Magens? Oder schnürt es Dir vielleicht die Kehle zu? Wird Dir dabei schlecht? Oder bekommst Du möglicherweise einen Juckreiz? All diese Dinge sind möglich – und Zeichen dafür, dass es etwas ist, was Dir nicht behagt.

Jetzt bist Du in dieses Gefühl reingegangen, wenn Du Dir vorstellst, noch etwas Unangenehmes tun zu MÜSSEN. Jetzt machen wir es einmal anders:

Stell Dir die gleiche Tätigkeit wie gerade vor und sag Dir statt Müssen an dieser Stelle jetzt etwas anderes. Ersetze es durch: „Ich möchte nachher….machen. Ich entscheide mich bewußt dafür, das zu tun, weil ich mich gut fühle, wenn es erledigt ist.“

Jetzt spür mal in dieses Gefühl rein. Wie fühlt sich das für Dich an? Hast DU noch immer körperliche Beschwerden bei dem Gedanken? Liegt es Dir schwer im Magen? Oder fühlst Du Dich plötzlich frei und leicht und vielleicht auch stark? Und vielleicht auch ein bißchen stolz? Wahrscheinlich schon, oder? Das liegt daran, weil Du jetzt bewußt und willentlich die Entscheidung getroffen hast. Und freiwillig. Niemand hat Dich gezwungen, niemand hat Dir was vorgeschrieben. Das ist so, wie wenn Du ein Joch abgelegt hättest, eine furchtbare Last, die auf Deinen Schultern geruht hat. Das Gefühl jetzt ist das von Selbstbestimmheit, Freiheit und Freude. Und ändert tatsächlich alles. Allein, dass Du dieses kleine Wort „ Müssen“ durch „Wollen“ ersetzt, macht schon so viel aus!

Du hast es ja jetzt in dieser kleinen Übung schon kennengelernt. Baus doch einfach mal in Deinen Alltag ein und schau, was passiert. Also für mich war das ein totaler Gamechanger. Das ist es für Dich vielleicht auch! Schreib mir gerne auf Instagram, welche Erfahrungen Du jetzt damit gemacht hast! Ich freue mich!

Was Du beim Auftauchen des inneren Antreibers ebenfalls sehr gut machen kannst, ist: Hole den inneren „Erlauber“ ins Boot! Wer oder was ist der innere Erlauber? Der innere Erlauber ist quasi – ich sag mal – die gutmütige Oma, die uns immer alles erlaubt hat. Ja, iß ruhig die Süßigkeiten, einmal ist keinmal. Ich sags auch nicht weiter. Bezogen auf den Perfektionismus: „Ich darf auch mal Fehler machen und aus ihnen lernen. Es reichen auch 90% aus. Die Menschen mögen mich auch dann noch, wenn ich auch mal was abgebe!“

Bei dem anderen Antreiber, dem, der allen immer alles recht machen will, könnte es so aussehen:

Anstatt zu sagen: Ich bin nur dann wertvoll, wenn alle anderen mit mir zufrieden sind!“ Könntest Du auch sagen: „Ich darf meine Bedürfnisse genauso ernst nehmen wie die meiner Mitmenschen. Ich bin absolut gut so, wie ich bin, auch wenn jemand nicht mit mir zufrieden ist. Es ist völlig ok, wenn ich es mir auch mal selbst recht mache! Deshalb bin ich noch lange kein schlechter Mensch oder ein rücksichtsloser Egoist. Ganz im Gegenteil! Ich darf an mich denken. Und ich erlaube es mir. Weil ich es mir wert bin.“

Wenn Du für Dich diese Varianten einmal durchspielst, dann erkennst Du sicher, wie unterschiedlich die jeweiligen Qualitäten sind. Und wie unterschiedlich sich das anfühlt.

Vielleicht hast Du Dich, während Du mir zugehört hast, gefragt, welcher Typ Du eigentlich bist? Bist Du mehr der Perfektionist oder der Helfer oder vielleicht derjenige, der sich zeitlich immer unter Druck setzt? Wenn Du es herausfinden willst, dann mach doch gerne mal den Test.

Hier findest Du den Zugang zu Deinen kostenlosen Persönlichkeitstest:

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So, ich hoffe, Dir hat die heutige Episode gefallen und DU konntest eine Menge Inspiration für Dich mitnehmen. Laß mir doch gerne eine Sternebewertung und eine kleine Rezension da, das würde mich sehr freuen! Empfehle meinen Podcast weiter und teile die Folge heute mit Freunden und der Familie.

Auch schreib mir super gerne Deine Eindrücke oder Aha Momente auf Instagram unter dr.med.dorothea.leinung. Ich freu mich!

Und wenn Du das Gefühl hast, Du hast ein persönliches Thema, bei dem ich Dir als ganzheitliche Ärztin und medizinischer Life Coach helfen kann, dann melde Dich gerne bei mir. Vereinbare HIER einen Termin für ein kostenloses Erstgespräch!

Vielleicht hören wir uns ja bald persönlich, würde mich sehr freuen!

Hab noch einen fantastischen Tag, wo auch immer Du grad bist und vergiß nicht, Du bist göttlich! Deine Dorothea

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