Wie Du Deine Angst besiegen kannst 
In der heutigen Episode geht es um das Thema Angst. Ich spreche darüber, warum wir Angst in unserem Leben brauchen, wann es zuviel wird und dann sogar zu Erkrankungen führen kann und ich verrate Dir die drei Schritte Formel, wie Du Deine Angst besiegen kannst.
 
Angst ist ein universelles Thema, denn sie kann uns in jeder Lebenssituation begegnen. Das ist zwar gut und wichtig. Denn Angst ist grundsätzlich nichts anderes als ein Schutzmechanismus. Angst läßt uns vorsichtig werden, wo wir vielleicht sonst einfach vorgeprescht wären. Sie läßt uns Situationen noch einmal überdenken und versetzt unseren Körper außerdem in einen Zustand, der uns sofortiges Flüchten, Kämpfen oder erfolgreiches Totstellen ermöglicht. Also ist die Angst eigentlich sehr sinnvoll. Aber sie versetzt uns in einen unangenehmen emotionalen und körperlichen Zustand. Das Herz rast, der Mund wird trocken und die Verdauung spielt verrückt.
 
Totstellen oder Flüchten geht meist nicht
Das wohl Schlimmste ist aber, dass wir unseren Urinstinkten, nämlich entweder Totstellen oder Flüchten, meist nicht nachgeben dürfen. Denn wann tritt die Angst auf: Das sind Situationen wie Prüfungen, Vorträge, wenn Du in der Schule an die Tafel gerufen wurdest oder Dich der Chef im Meeting zu einem Thema befragt, von dem Du keine Ahnung hast, usw. Alles Situationen, denen Du nicht einfach entkommen kannst, sondern die Du aushalten mußt.

 

Was passiert, wenn aus Schreckmomenten Dauerstreß wird?
Halten diese Schreck- und Streßmomente nur kurz an, kann das durchaus ein sinnvolles und gesundes Training für uns sein, insbesondere dann, wenn wir eine angstbeladene Situation erfolgreich meistern. Dann wachsen wir persönlich natürlich umso mehr. Aber was passiert, wenn Du ohne Erfolgserlebnis aus einer solchen Situation hervorgehst? Was ist, wenn Du scheiterst, verletzt oder sogar gedemütigt wirst? Dann wird es problematisch. Dann kann es Dir nämlich passieren, dass sich der Angstreiz mit der Zeit von der auslösenden Situation abkoppelt und sich verselbständigt – sprich: Du entwickelst Angst, auch wenn der Chef und das Meeting gar nicht da sind. Der bloße Gedanke daran, zur Arbeit zu müssen, reicht dann irgendwann schon, dass Dein Herz anfängt zu rasen, und Du nicht mehr einschlafen kannst, weil Du voller Panik an Deinen Job denkst.

 

Wenn sich die Angst schließlich verselbständigt
Irgendwann kann es passieren, dass sich die Angst so sehr verselbständigt, dass Du noch nicht einmal mehr an die Arbeit denken mußt, damit Dir der Angstschweiß ausbricht. Die Angst ist dann einfach da, als Magenschmerz, als Nervosität, als Herzklopfen, Kloß im Hals, Durchfall oder als Schwindel. Und das ist dann schließlich der Punkt, an dem Du gar nicht mehr weißt, warum Du Dich permanent so schlecht fühlst. Du merkst nur, dass es so ist. Tja und all das kommt von der Angst – die ihrem Namen damit übrigens alle Ehre macht. Denn die Wortherkunft unseres Wortes Angst ist die gleiche wie für das englische Wort anxiety und im Übrigen auch für den Begriff Angina – und bedeutet letztlich nicht anderes als Enge, Beklemmung, oder auch zusammenschnüren und würgen.  – also die Gefühle, die wir am häufigsten mit der Angst assoziieren.
 
Bevor wir gleich dazu kommen, wie Du die Angst in den Griff
bekommen kannst, möchte ich Dich noch auf ein Tool hinweisen, das Du für Dich nutzen kannst, um herauszufinden, ob Du eine Angstpersönlichkeit hast- sprich: wie sehr die Angst ein Teil Deines Lebens ist. Hierzu habe ich auf meiner Website
einen Kurzfragebogen mit nur 7 Fragen, den Du Dir kostenlos downloaden kannst und mit dem Du sofort weißt, was Sache ist. Ich verlinke ihn Dir auch noch einmal in den Shownotes.
 
Was passiert bei Streß in unserem Körper?
In diesem Podcast soll es nicht nur Problemlösungsstrategien geben, sondern es ist ebenso wichtig zu verstehen, was in unserem Körper passiert, wenn wir Angst haben. Ich meine damit die äußeren Symptome wie Herzklopfen, Schweißausbrüche, Kloß im Hals und so weiter. Denn die merken wir ja, aber warum ist permanente Angst denn eigentlich so schädlich für uns? Der Grund ist, dass es ganz einfach Streß ist. Und Streß sorgt für eine Vielzahl an Effekten. Unter anderem führt er dazu, dass unsere Immunabwehr geschwächt wird. Und dies deshalb, weil sich der Körper im Kampf/Fluchtmodus befindet. Das heißt: Er rettet lieber sich selbst und pumpt hier alle verfügbare Energie rein, damit wir uns aus der Gefahrenzone entfernen können, als dass er sich in diesem Moment auch noch um irgendwelche Infektionen oder Keimangriffe kümmern würde.

 

Unser Körper priorisiert also. Macht ja auch Sinn. Denn wenn unser Körper in der Gefahrensituation draufgeht, dann muß er sich um einen Infekt auch keine Sorgen mehr machen. Das ist der Hintergrund. Aber eine reduzierte Immunabwehr bedeutet nicht nur, sich schneller mal  zu erkälten, sondern auch eine geschwächte Verteidigung gegenüber Krebszellen. Unser Körper muß täglich ca. 10.000 Krebsangriffen standhalten. Das sind alles Zellen, die aus Versehen verrück spielen. Sie werden von unserem Immunsystem erkannt und aussortiert. Funktioniert alles gut, passiert in der Regel nix. Aber wenn das Immunsystem abgelenkt ist, dann haben auch Krebszellen die Chance, unentdeckt zu bleiben und anzufangen zu wuchern. Und so kann sich dann aus einem Magengeschwür plötzlich ein Magenkrebs entwickeln.
 
Aber so weit wollen wir es ja nicht kommen lassen. Ist jetzt
nur die Frage, wie machen wir das? Wie bekommen wir unsere Angst in den Griff?
 
Die 3 Schritte Formel, um Deine Angst zu besiegen
Ich hatte ja eingangs von der 3 Schritte Formel gesprochen.
Das ist der Weg, den ich immer einschlage, wenn ich Angst vor irgendetwas habe. Funktioniert übrigens auch gut bei Kindern. Stelle ich zumindest bei meinen eigenen fest – Und Kinder können bei Angst ja sehr kreativ werden. Und falls Du auch Kinder hast, die sich mit ihren Ängsten an Dich wenden, dann probiers doch einfach mal aus. Vielleicht ist das ja auch was für Euch.
 
Schritt Nr. 1: Benenne das Problem. Wenn Du Angst vor etwas hast, dann frage Dich ehrlich: Was löst konkret die Angst aus? Ist es die Angst, ausgelacht oder bloßgestellt zu werden oder nackt dazustehen? Falls ja, dann hast Du einige Urängste beim Namen genannt. Denn darum geht es meist bei der Angst: Um Ausgegrenztsein und (wenn wir Mr. Seligman zitieren): um erlernte Hilflosigkeit oder Machtlosigkeit. Das sind Urängste. Denn wir Menschen sind Herdentiere. Wir fühlen uns in der Gemeinschaft sicher und gut aufgehoben. Denn die Gemeinschaft hat uns immer Schutz geboten und unser Überleben gesichert. Deshalb strebt jeder von uns  – auch die, die es abstreiten – nach Anerkennung und Wertschätzung, weil das die Dinge sind, die uns ein Zugehörigkeitsgefühl vermitteln.
 
Wenn wir jetzt einen Vortrag halten und Angst davor haben zu versagen, dann ist es die Urangst, von der Gruppe abgelehnt zu werden. In früheren Zeiten konnte das den Tod bedeuten. Heute ist nicht mehr ganz so dramatisch. Aber diese Urangst ist immer noch da. Deshalb ist es so wichtig, dass Du den Kern Deiner Angst benennst. Denn nur so kannst Du ihr ins Gesicht blicken.
 
Kleiner Exkurs an dieser Stelle: Du kennst bestimmt das Märchen vom Rumpelstilzchen: Der kleine Kobold, der der Müllerstochter einen großen Gefallen tut, ihr damit auf den Thron verhilft, aber als Gegenleistung ihr erstgeborenes Kind verlangt. Es sei denn, sie würde es schaffen, den Namen des Kobolds zu erraten. Nach einigem Hin und Her gelingt es der Königin, den Namen herauszufinden. Und als sie den Kobold beim Namen nennt, reißt sich dieser in zwei Stücke und fährt zur Hölle. Die Psychologie hat daraus den sog. Rumpelstilzcheneffekt gemacht: Bedeutet: Nenne eine Bedrohung bei ihrem Namen und sie verliert ihren Schrecken.
 
Wie ich den Rumpelstilzcheneffekt für mich nutzte
Dazu möchte ich Dir eine kleine und sehr persönliche Geschichte erzählen. Und zwar hatte ich jahrelang immer wieder den gleichen Albtraum. Der ging so: Es ist Nacht und ich bin in meinem alten Elternhaus ganz allein, als ich plötzlich Geräusche höre und merke, dass sich Einbrecher im Haus befinden. Ich verstecke mich und schaffe es immer irgendwie, auf die Straße zu flüchten, um zum Haus der Nachbarn zu rennen. Aber immer, wenn ich aus der Haustür raus bin, bemerken mich die Einbrecher und verfolgen mich. Im Traum gelange ich meist bis zum Haus der Nachbarn, aber egal wie laut ich rufe, niemand öffnet. Es scheint außer mir und den Einbrechern sowieso niemand da zu sein. Also laufe ich die Straße entlang. Die Einbrecher immer mir her. Meine Schritte sind langsam, ich laufe wie in Gel. Die Einbrecher kriegen mich immer. Aber wenn es dann soweit war, bin ich jedesmal aufgewacht.
 
Bis ich eines nachts im Traum etwas Entscheidendes anders gemacht habe. Wieder die gleiche Situation, Nachbarn nicht da, ich renn die Strasse entlang, hinter mir die Einbrecher. Und da bleibe ich zum ersten Mal stehen und renne nicht mehr davon. Als ich stehenbleibe, holen die Einbrecher zwar auf, bleiben dann aber plötzlich ebenfalls stehen. Und dann tue ich etwas, von dem ich bis heute nicht weiß, wie ich dazu kam. Ich drehe mich nämlich um und schaue den Angreifern ins Gesicht. Und weißt Du, was in dem Moment passierte? Sie lösten sich einfach auf. Kurz danach wachte ich auf. Diesmal nicht schweißgebadet, sondern einfach nur überrascht. Und soll ich Dir was sagen? Der Traum kam danach nie wieder.

 

Und das ist der Rumpelstilzeneffekt. Gib Deiner Angst einen Namen und Du eroberst Dir die Kontrolle zurück!
Zweiter Schritt: Überlege Dir das Worst Case Szenario. Bleiben wir beim Vortrag. Du hast Angst, Dich zu blamieren, den Inhalt zu vergessen oder sonstwie zu versagen? Dann heb die Situation auf eine rationale Ebene und überlege Dir, was das Schlimmste ist, was passieren kann. Stirbst Du daran? Sicher nicht. Wirst Du von der Gesellschaft ausgeschlossen? Ganz bestimmt auch nicht. Oder wird Dich das Publikum hinterher zusammenschlagen? Ist auch unwahrscheinlich. Es wird also nichts passieren, was Dein Leib und Leben essentiell beeinträchtigt. Also: Relax!
 
Kommen wir zu Schritt Nr. 3. Man muß ja bei der Angst eines zugeben: Mit Rationalisieren bekommst Du sie nicht weg. Rationalisieren – also das, was wir jetzt in Schritt 1 und 2 gemacht haben, macht sie nur greifbar für uns, damit wir sie im dritten Schritt von einer ganz anderen Seite her angehen können. Und hier hat sich vor allem eine Methode als extrem wirksam, leicht zu erlernen und äußerst praktikabel erwiesen – da Du dafür auch keinerlei Hilfsmittel benötigst.
 
EFT – emotional freedom technique
Hierbei handelt es um eine spezielle Klopftechnik, bei der Du mit Deinen Fingerspitzen Akupressurpunkte beklopfst und dabei sowohl die Angst benennst als auch Dir selbst wertschätzende Sätze sagst. Auf Youtube gibt es hierzu jede Menge Tutorials, wie EFT durchgeführt wird. Ich kann nur sagen: es funktioniert wirklich. Und ist auch für Kinder geeignet. Gerne mal ausprobieren. Die Kleinen lachen sich am Anfang natürlich erstmal schlapp. Aber im Verlauf merken sie, wie gut es ihnen tut, und dass sie tatsächlich keine Angst mehr haben. Es ist wirklich unglaublich! Also unbedingt mal ausprobieren!

 

Zusammenfassung
Fassen wir also nochmal zusammen:
 
Um die Angst in den Griff zu bekommen, gehst Du wie folgt
vor:
 
  1. Benenne Deine Angst – so präzise wie möglich.
    Und dabei reicht es nicht, nur zu sagen, dass Du Angst davor hast, einen Vortrag
    zu halten, sondern, dass Du sagst, vor welchen Folgen Du konkret Angst hast.
  2. Dann 2. überlege Dir das worst case Szenario:
    Also: was ist das schlimmstmögliche, das passieren kann, wenn Punkt 1 eintritt?
    Und sei hier bitte ehrlich und so rational wie möglich. Du kannst auch eine Dir
    nahestehende Person fragen – die sind häufig noch etwas rationaler als man
    selbst – die sind halt persönlich nicht so involviert.
  3. Und drittens: Klopfe die Angst weg mit der
    emotional freedom technique.
 
Im Podcast habe ich angekündigt, dass Du hier einen Test findest, mit dem Du für Dich herausfinden kannst, ob Du eine Angstpersönlichkeit bist. Schau einmal hier. Da findest Du einmal den GAD-7, ein sehr zuverlässiges Tool, um herauszufinden, ob Du Ängste hast und wie stark diese ausgeprägt sind. Darüber hinaus erhälst Du ein Tool
 
 
Bis dahin wünsche ich Dir eine gute Zeit, hab noch einen wundervollen Tag, wo auch immer Du grad bist und ich freu mich auf Deine Kommentare zu dieser Episode!
Außerdem freue ich mich riesig, wenn Du mir auf Itunes eine Sternebewertung da läßt und mir eine kleine Rezension schreibst! Unter allen Rezensenten verlose ich einmal im Monat ein kostenloses einstündiges 1:1 Coaching mit mir. Die Gewinner gebe ich immer am ersten Mittwoch auf Instagram bekannt.
Du kannst Dich auch gerne hier auf meiner Website zu einem kostenlosen Vorgespräch anmelden. Einfach eintragen und los gehts! In diesem Gespräch finden wir gemeinsam heraus, wie Du Deine göttliche Kraft entfalten kannst. Zum kostenlosen Erstgespräch geht es hier.
 
Deine Dorothea

 

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